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Impuls "Besondere Zeiten"
Ein Pfarrer sagt Danke

Manchmal brauchen auch wir Priester besondere Zeiten, um die Liebe, Sorge und Wertschätzung der Pfarrangehörigen neu zu erleben. In diesen Tagen habe ich es voller Dankbarkeit hautnah erlebt. Da ist eine Frau, die sich um mein Essen und die Wäsche kümmert, oder ein andere Familie, die mir zum Geburtstag einen Kuchen bäckt und schickt, wieder eine andere Frau, die daran denkt die Hälfte des Schokoladenkuchens, den sie für ihren Mann am Sonntag gebacken hat, vorbeizubringen oder ein frisches Hefebrot in einer Tüte an der Tür aufhängt. Diese vielen Grüße, die alle sagen wollen: Wir haben dich nicht vergessen, auch wenn wir dich bei der hl. Messe nicht sehen.

Neulich schrieb mir jemand aus der Pfarrei. Das Schreiben wurde so adressiert: An unseren geliebten Pfarrer, der sich gerade so einsam fühlt in der Kirche, wenn er alleine den Gottesdienst als „Privat Messe“ für uns alle feiert. Weiter geht das Schreiben so: Denk nicht, dass wir dich allein gelassen haben. Wenn wir zuhause das Essen zubereiten und miteinander essen oder rausgehen, dann bist du in unseren Herzen. Wir wissen du befolgst die Anweisungen der Regierung und der Kirche. Wir können uns vorstellen, dass wenn du alleine „Privat Messe“ hältst und deine Hände erhebst um die Gläubigen zu segnen, deine Augen vielleicht mit Tränen gefüllt sein werden. Wir bitten dich nicht traurig zu sein wenn wir uns mit dir nicht unterhalten, lachen und von den Neuigkeiten der Pfarrei erzählen. Dennoch sind wir nah bei einander in Gedanken. Der jetzige Abstand wird sicher dazu führen, dass wir später in deiner Nähe sein werden.

Dieser Dank sei gesagt für alle Priester:

-Der die Trauung meiner Eltern gesegnet hat.

-Der mich an unserem Taufstein im Namen der Dreieinigkeit getauft hat.

-Der für mich und meine Familie die Hl. Messe gefeiert hat.

-Der in der Beichte die Barmherzigkeit Gottes mich spüren ließ.

-Der mich auf meine Erstkommunion vorbereitet hat und mir so oft die Hl. Kommunion gegeben hat.

-Der mich in den Ministrantendienst aufgenommen hat.

-Der mich in der Firmvorbereitung begleitet hat.

-Der mir in finanziellen Schwierigkeiten geholfen hat.

-Der bei meiner Trauung uns den Segen Gottes zugesprochen hat.

-Der in meinen schweren Zeiten mit seinem Gebet mir beigestanden hat.

-Der auf Pilgerreisen uns begleitet hat.

-Der zu uns nach Hause kam als meine Oma krank war, um ihr Krankenkommunion und Krankensalbung zu geben.

-Der die Beerdigungen meiner Großeltern so tröstlich und sinnvoll gestaltet hat.

-Der unsere Pfarrfeste und Jubiläen mit uns geplant, vorbereitet und gestaltet hat.

-Der durch originelle Ideen neue Impulse für unser Pfarrleben geschenkt hat.

Möge der Herr dich schützen und segnen, lieber Herr Pfarrer.

Msgr. Dr. Mathew Kiliroor
Pfarrer 

Datum: 26.03.2020
Autor: Pia Bauer