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Adventsfenster der Kolpingsfamilie
am Kolpinggedenktag
Kolping-Adventsfenster

Zum zweiten Mal beteiligte sich die Kolpingsfamilie an der ökumenischen Aktion der "Adventsfenster". Symbolisch wird dabei an jedem Abend um 18 Uhr ein Fenster enthüllt oder erleuchtet. Die Besucher hören dazu eine kleine Geschichte, singen gemeinsam Adventslieder, sogar ein Kaspertheaterfenster war schon dabei.

Das Kolping-Adventsfenster im Pfarrhaus, Birkenallee 60, ist in seiner Bildersprache recht einfach gehalten. Mit einem kleinen Anspiel wurden die Besucher, darunter auch viele Kinder, am 4. Dezember begrüßt.

Das Fenster vermittelt zwei Motive: das eine stammt aus der kirchlichen Tradition und greift die Geschichten um die heilige Barbara auf. Nach altem Brauch werden am Festtag der heiligen Barbara kahle Obstzweige ins Zimmer geholt. Der Legende nach sind daraus Blüten hervorgebrochen, als Barbara den Märtyrertod starb.

Symbolisch stehen die Blüten für die Fruchtbarkeit und vor allem für die Hoffnung: Aus scheinbar totem Geäst bricht neues Leben hervor. Eine Erfahrung von Gottes Wirken, die wir jedes Jahr aufs neue machen können.

Diese Erfahrung ist in einem Lied sehr schön ausgedrückt, und hier passt es wirklich her:

1. Alle Knospen springen auf, fangen an zu blühen.

    Alle Nächte werden hell, fangen an zu glühen.

2. Alle Menschen auf der Welt, fangen an zu teilen.

    Alle Wunden nah und fern fangen an zu heilen.

3. Alle Augen springen auf, fangen an zu sehen.

    Alle Lahmen stehen auf, fangen an zu gehen

4. Alle Stummen, hier und da, fangen an zu grüßen.

    Alle Steine, tot und hart, werden weich und fließen.

Das zweite Motiv stammt aus der verbandlichen Tradition des Kolpingwerkes.

Unser Gründer, der Priester Adolph Kolping, starb vor 145 Jahren, am 4.Dezember 1865. In seinen 51 Lebensjahren hat er sich unermüdlich für die sozialen Aufgaben der Kirche in der Welt eingesetzt.

Mit dem ersten Motiv drücken wir das Wirken Gottes aus,

mit dem zweiten Motiv das Wirken von uns Menschen.

Denn auch heute folgen Menschen den Anregungen Adolph Kolpings. Symbolisch haben wir sechs wichtige Begriffe unseres Leitbildes als "Blüten" an den Zweigen aufgehängt. Verschiedene Mitglieder haben dazu Ihre persönlichen Motive und Gedanken formuliert:

Begeisterung

... habe ich gespürt, wenn wir gemeinsam auf dem Weg sind: in Obertrubach, nach Gößweinstein, bei Ausflügen und Festen.

... empfinde ich, wenn wir gemeinsam Projekte planen, durchführen und uns gegenseitig unterstützen.

Tatkraft

... erfüllt mich, wenn ich mal wieder ein Stück der frohen Botschaft verstanden habe: das will ich weitergeben

... erfüllt mich, wenn ich spüre: ich bin nicht allein.

Freude

... will ich weitergeben und Dankbarkeit für die Gaben, die wir ohne unser Zutun täglich empfangen: Essen und Wärme, Licht und Gesundheit, Liebe und Geborgenheit.

... macht mir die Gewissheit, dass mit unseren vielen, tollen Kindern eine Zukunft möglich ist.

Gottvertrauen

... wünsche ich mir für die Zukunft, das Aufwachsen der Kinder, für das eigene Älterwerden, für Kranke und Einsame.

... ist nicht selbstverständlich. Es wächst mit dem Kontakt zu Gott an jedem Tag.

Mut

... brauche ich, um für eine gerechte Verteilung der Güter einzutreten: zwischen denen, die von allem zu viel haben und denen, die wir nicht teilhaben lassen - als Empfänger von Sozialleistungen oder als billige Arbeitskräfte in anderen Erdteilen.

... macht mir die immer wiederkehrende Gemeinschaft im Glauben, aber auch in der Freizeit.

Verantwortung

... muss ich übernehmen, um die Erde und Gottes Schöpfung für unsere Kinder lebens- und liebenswert zu erhalten.

... spüre ich bei all den großen und kleinen Aktionen in Pfarrei und Kolpingsfamilie.

Diese Eigenschaften sollen immer wieder neu bei uns aufblühen. Das gilt nicht nur für die Mitglieder des Kolpingwerkes, sondern für alle Menschen "guten Willens". Gemeinsam wollen wir Früchte bringen für eine menschenwürdige Zukunft.

Gott hat uns mit der Geburt seines Sohnes eine solche menschenwürdige Zukunft geschenkt und deshalb wünschen wir allen Besuchern dieses Fensters eine hoffnungsvolle, gelassene, freudige Adventszeit.

Zum Abschluss durften die Besucher feine Adventsbäckereien naschen, ein Gläschen Punsch trinken und schließlich einen knospenden Obstzweig, versehen mit einem der Kolping-Motive mitnehmen.

Datum: 04.12.2010
Autor: Lothar Schmidt